Nekromantie

Mit dem folgenden Text möchte ich selbst redend das Themengebiet der Nekromantie für ein positives Verständnis zusammenfassen. Unabhängig von dem, was man sonst darüber findet, da ich unabhängig davon arbeite.

 

Da es in den Industrienationen allgemein keine Vorstellung mehr, beziehungsweise weitestgehend negative Vorstellung von der Begrifflichkeit „Tod/tot“ gibt, möchte ich direkt zu Anfang direkt darauf eingehen.

Wer oder was ist Tod oder tot?

Es ist sehr viel, jedoch nicht das, was in den Industrienationen darunter verstanden wird. Eine Begrifflichkeit mit mehreren Bedeutungsebenen, je nach Zusammenhang. Wir reduzieren die Definition von Leben auf die Existenz eines materiellen Körpers und bezeichnen etwas oder jemanden als tot, derdiedas nicht mehr in seiner materiellen greifbaren Form, so wie wir es gewohnt sind, existiert oder verfügbar ist. Der Tod oder tot als Zustand ist jedoch kein festgeschriebener Begriff.

Materie.Sprechen wir vom Tod im materiellen Verständnis einer Inkarnation, sprechen wir vom Zerfall der fleischlichen Hülle in ihre elementaren Bestandteile, wenn die Seele den irdischen Körper verlässt.

ÜbergängeSprechen wir vom Tod innerhalb einer Inkarnation, so sprechen wir von Übergangsprozessen, Entwicklungen und Lebensabschnitten, wo Altes stirbt und ein neuer Zyklus beginnt, häufig begleitet von Krisen und Co.

Entwicklung.Sprechen wir vom Tod im erweiterten Sinne, so sprechen wir auch über das Leben und die Welten der Seele in ihrer jeweiligen Entwicklung.

Begleitung.Sprechen wir vom Tod im Sinne vom Fährmann, so sprechen wir über den Hüter und Begleiter unserer Seelenessenz und ihrer Pläne durch unsere Inkarnationen hindurch und dazwischen als Hüter der Seelenflamme zwischen den Inkarnationen.

 

Fährmann/Fährfrau

Hierzulande kennt man meist nur den Fährmann, den Mann mit dem Mantel. Die weibliche Form der Fährfrau ist weniger bekannt und weniger üblich. Zuweilen ist sie als Santa Muerte bekannt, die unter anderem als Schutzpatronin für Frauen agiert. Doch gibt es beide und sie agieren beide ähnlich als Fährmann/Fährfrau, Gevatter/Gevatterin oder Tod/Todin. Bringen die Seelenflamme wieder nach „drüben“. Weniger bekannt ist, das sie auch den Weg in die Inkarnation hinein begleiten. Somit sind sie bis zu einem gewissen Grat auch Hebammen ins Leben. Weitere Aufgaben von Fährmann und Fährfrau sind Schutz während der Inkarnation, aber auch das Aufmerksam machen darauf, wenn es Zeit ist, im Leben aufzuräumen.

 

Seelenleben

Jede Seele ein einzigartiges Individuum, egal ob sie in einem Körper aus Fleisch und Blut steckt oder einen anderen, sagen wir mal, Aggregatzustand hat oder wo sie sich gerade befindet.

Auch jede Tierseele wie auch jede Pflanzenseele ist ein jeweils einzigartiges Individuum mit eigenem Charakter. Auch wenn sie jeweils von der gleichen Art sind, unterscheiden sie sich wie wir Menschen in ihrer Persönlichkeit.

So ist jedes Seelenleben ist absolut einzigartig, und dies in jedem Prozess, den sie durchläuft. Ob in ihrem Vorleben, ihren Plänen, dem Leben hier, wie sie sich entwickelt und wie sie lernt, während des körperlichen Sterbeprozesses oder danach, wie und wie lange sie noch auf der Erde verweilt und aus welchem Grund, wie und auf welche Art sie weiter geht.

Das Ziel einer jeden Seele ist immer Entwicklung und lernen. Es ist Sinn und Ziel, wie auch Sinn des Lebens im menschlichen Körper. Dafür durchläuft sie viele Stationen von guten bis zutiefst schmerzhaften Erfahrungen, die sie im Optimum an ihre Nachkommen und andere Menschen weiter gibt, bevor ihre jeweilige Inkarnation zu Ende geht.

Da wir als Menschen an die Materie gebunden sind, hat auch das natürlich eine Bedeutung und bietet ganz andere Lern- Erfahrungs- und Entwicklungsmöglichkeiten als beispielsweise in einem Astralkörper. Im fleischlichen, materiellen Körper spielt der Faktor Raum, Zeit und Berührung eine große Rolle und macht unsere Existenz einem sehr sinnlichen Erlebnis und Gefühle und Emotionen wesentlich intensiver, aber auch Entwicklungsprozesse in ihrer Grenzerfahrung oft schwierig. Vor allem die Zeitbegrenzung in der Materie spielt für unsere Entwicklung eine wesentliche Rolle.

Somit bezeichnen wir in unserem Verständnis hier jemanden und etwas zurecht als tot, wenn wir es nicht mehr haptisch greifen können und wenn es sich dem aktuellen Zeiterleben entzieht und aus der Kommunikation mit uns entfernt und weiter reist. Somit wird der Zeitpunkt des körperlichen Todes zu einer bedeutenden Schwelle und Waagschale für das Leben, das wir führen.

Zeit und Wert

"Alleine die Zeit, die du einer Sache widmest, gibt ihr einen Wert. Das gilt auch für dich, schenkst du dir selbst Zeit, so schenkst du dir selbst einen Wert. Die Zeit und Aufmerksamkeit, die du einen anderen Menschen schenkst, ehrt seinen Wert für dich aufs Höchste."

 

Die Konfrontation mit dem Tod in unserer Gesellschaft

Die Verdrängung des Todes aus dem Leben, wie es in den Industrienationen üblich geworden ist, hat uns nicht sehr weit gebracht, im Gegenteil, sie hat uns weiter von uns selbst entfernt. Folge ist eine gestörte Wahrnehmung der Existenz an sich. Aus den natürlich-zyklischen Kreisläufen wurde lineares Denken von höher-schneller-weiter. Ewige Jugend roboterhaft in den Focus gesetzt. Doch lernt jeder Mediziner und auch schon Schulkinder im Fach Biologie, das die Fähigkeit, zu sterben ein Kennzeichen des Lebendigen ist.

Die Konfrontation mit dem Tod, sei es über menschliche Angehörige, Freunde, Tierbegleiter oder bei uns selbst, bringt uns Menschen in Kontakt mit seiner/ihrer tiefsten Seelenebene, ihrer Verletzlichkeit, ihren Schatten, ihren Schmerz, den sie/er sonst im Leben vielleicht erfolgreich verdrängt und unterdrückt. Wir denken vermehrt über unser Leben nach und darüber, wozu wir persönlich wirklich hier sind.

So gibt es in den alten Kulturen zahllose Initiationsriten, bei denen man sich intensiv mit dem Sterben auseinandersetzt, bei denen es das Ziel ist, ein besseres Leben zu führen.

Ein Teilaspekt dieser Konfrontation ist es, sein eigenes Leben zu reflektieren. Wir können uns auch Fragen stellen wie zum Beispiel: Was bräuchte es noch, damit meine Seele in Frieden damit gehen kann? Wenn ich sterbe, wenn jemand anderes (bestimmtes) stirbt? Was gäbe es noch zu klären? Zumindest für einen Selbst. Frieden kann die jeweilige Seele nur für sich selbst machen, unabhängig davon, ob der jeweils andere Part darauf eingeht oder nicht. Und doch hat es auch immer Auswirkungen auf das Umfeld der systemischen Beziehungen wenn man selbst an und mich sich arbeitet. Frieden machen… mit etwas oder jemanden… bedeutet nicht, alles gut heißen müssen, was war. Es bedeutet vielmehr, für sich einen Abschluss zu finden und es in die Geschichte zu entlassen.

So ist es in der Regel nicht der Tod an sich, der uns Probleme und Angst macht, sondern die Bilanz, die uns am Ende des Lebens erwartet. Wie habe ich mein Leben gelebt, gibt es unerledigtes, was würde ich bereuen getan / nicht getan zu haben. Oder nicht den Mut gehabt haben, das eigene Leben gelebt zu haben und sich zu viel den Konventionen anderer angepasst zu haben. So ist es sinnvoll, schon während des Lebens immer wieder in diese Bilanz zu gehen, um uns damit regelmäßig Weiterentwicklung zu schenken. Diese hilft uns auch, in Frieden aus unserer Inkarnation zu gehen, wenn wir sie abgeschlossen haben.

 

Sterbebegleitung

… am Ende einer Inkarnation

Die Seele kann bis zum Tod und darüber hinaus ihre Entwicklungsschritte gehen. Was im Leben nicht geschafft wurde, passiert häufig um den Sterbeprozess herum. Unerledigtes will noch bereinigt werden.

Sterbebegleitung und Totenwachen sind eine wichtige, wertvolle wie herausfordernde Zeit für alle Beteiligten. Vor allem auch Angehörige (vorausgesetzt sie sind gewollt) und Freunde können dabei jede Menge für das eigene Leben lernen.

Nach dem körperlichen Sterbeprozess bleibt die Seele in der Regel noch eine ganze Weile im Raum und nimmt alles wahr, was um sie herum passiert. Auch die Gedanken, Gespräche derer, die im Raum sind. Auch in dieser Zeit sind noch viele Klärungen und Entwicklungsschritte möglich. Nicht umsonst war es in früheren Zeiten und noch jetzt in anderen Kulturen üblich, das drei Tage lang Totenwache gehalten wurde, was durchaus Sinn macht.

Ein wichtiger Aspekt der Sterbebegleitung ist, das die Sterbende in der Regel ihre gelebte Erfahrung weiter geben möchten. Ein Umstand, der viele alleine Sterbende traurig macht, wenn sich niemand für ihre Lebenserfahrung interessiert.

Einige bleiben allerdings allerdings noch hier im Bereich der Erde. Manche freiwillig und legitim. Viele jedoch unfreiwillig. Sitzen am Friedhof oder am Ort wo sie verstorben sind fest, irren umher, oder stiften Unruhe. Beispiele sind Traumata, Schocks, Unerledigtes und andere Gründe. Diese Unruhegeister nennt man Erdgebundene Seelen.

Im Kontext der Sterbebegleitung agieren Nekromant/inn/en oder Medien, wenn gewünscht, als Mediatoren zwischen Sterbenden und Angehörigen. Begleiten auch Angehörige selbst als Ansprechpartner bei Schwierigkeiten mit dem Thema.

… während einer Inkarnation

Auch während Krisen und Übergangsprozessen im Leben braucht es Begleitung, die sehr viel mit Sterbebegleitung gemeinsam haben. Sowie in der Naturtherapie mit symbolischem Charakter.

 

Die Seele löst sich

Geht eine Seele aus dem Körper, so ist das, wie wenn der Körper einen Pullover auszieht. Sie fließt nach oben über die Fontanelle hinaus, wo sie auch hinein gegangen ist. Bei Nahtoderfahrungen passiert dies manchmal kurzzeitig. Sie entschließt sich jedoch in dem Fall dazu, wieder zurück zu gehen, bzw wird wieder zurück geschickt, wenn die Inkarnation noch nicht vorbei ist.

Die Zeit danach

Nach dem Sterbevorgang selbst bleiben viele Seelen noch eine ganze Zeitlang in ihrem persönlichem Umfeld und somit nimmt sie alles wahr was um ihren Körper herum passiert. Auch Gedanken, Handlungen, Gefühle, alles. Nur mit einem veränderten Bewusstsein, das über die Begrenzung des menschlichen Geistes hinaus geht und sozusagen einen größeren „Weitblick“ hat.

Auch in dieser Zeit sind noch große Entwicklungsschritte möglich. Manche Seelen jedoch entscheiden sich auch für die direkte „Durchreise“. Der Friedhof jedoch ist nicht der Ort, wo sie üblicherweise (manche schon aus verschiedenen Gründen) verweilen. Was sollen sie da auch, macht keinen Sinn. Doch kann der Friedhof natürlich als „Treffpunkt“ agieren.

 

Totengeister

Ist die Seele komplett, ist sie ansprechbar. Auch Ahnengeister sind für gewöhnlich ansprechbar, das kann positiv oder negativ sein, je nach Situation und Umstand. Der Kontakt kann friedlich sein oder auch größere Probleme machen. Das hängt vom individuellen Fall ab und man kann darüber nicht pauschal urteilen. Denn auch wie verkörperte Seelen, sind sie alle Individuen. Manche kooperativ, andere nicht. Manche traumatisiert, aggressiv, bedürftig, oder nicht imstande, loszulassen. Andere haben einfach noch zu tun und wollen noch das ein oder andere regeln oder haben andere Gründe, noch im Umkreis der Lebenden zu verweilen und gehen dann irgendwann. Wie viel Form sogenannte Totengeister ohne materiellen Körper annehmen, um sich bemerkbar zu machen, hängt davon ab, wie viel Energie sie aus der Umgebung ziehen.

 

Wenn die Toten sich bei den Lebenden melden…

… kann das Verschiedenes bedeuten

 

Kontakte zu Verstorbenen

Nachtodkontakte zu Verstorbenen sind in der Regel möglich, und richten sich danach, in welchem Stadium oder wo sie sich gerade befinden. Doch ist es auch möglich, das eine Seele nicht, oder nur unter bestimmten Umständen erreichbar ist. Dabei kann ein Medium oder ein/e Nekromant/in weiter helfen.

Direkt nach Verlassen des physischen Körpers gibt es sehr häufig Kontakte mit Hinterbliebenen, die auch von diesen bewusst wahrgenommen werden. Jedoch spricht man in unserer Kultur selten darüber, aus Angst, für verrückt gehalten zu werden. Menschen empfinden es als sehr erleichternd, wenn sie darüber sprechen können, ohne diese Sorge haben zu müssen.

Vielleicht ist es an der Stelle gut, diesen Umstand offen anzusprechen, da es durchaus natürlich und üblich ist, mit Verstorbenen zu sprechen. Es kann eine echte Hilfe sein, dem Tod besser zu verarbeiten und für beide Seiten ist es sehr hilfreich, wenn Unerledigtes noch geklärt werden kann, bevor die Seele des Verstorbenen letztendlich weiter reist. Doch kann man auch hier keine pauschale Aussage treffen, da es auch die negative Variante gibt, nämlich das Verstorbene Probleme machen und zuviel Energie vom Leben ziehen und damit krank machen können. Auch hierüber kann man mit einem Medium oder Nekromanten /Nekromantin sprechen.

Manchmal ist der Tod eines Freundes, Bekannten oder Angehörigen, die bei Hinterbliebenen ein großes, quälendes Trauma auslösen kann, verbunden mit Selbstvorwürfen oder Schuld.

Bei Veteranen ist es die eigene Täterschaft, die oft ein nicht enden wollendes Schuldtrauma mit Flashbacks auslöst, bei denen auch die gängige Psychotherapie Probleme hat.

So kann bei letzteren Fällen ein Kontakt zu den Verstorbenen und die damit einher gehende Übernahme der eigenen Verantwortung eine echte Hilfe sein und therapeutische Maßnahmen wirkungsvoll unterstützen

Auch mit erdgebundenen Seelen sind unter gewissen Umständen Klärungen/Aufarbeitungen möglich, damit sie sich entwickeln und weiterreisen können. Das ist ebenfalls eine Arbeit, die Medien und Nekromant/inn/en in der Regel übernehmen.

 

Trauer

„Eine Welt ohne Tränen ist eine Welt ohne Herz“
„Deine Tränen sind schön, fließen direkt aus dem Herzen.“

Ohne Trauer ist weder Liebe noch Heilung möglich. Wir trauern weil wir lieben und wir lieben weil wir trauern. Liebe und Heilung bedingen jedoch auch Tränen und Schmerz und auch Wut, die pathologisch werden kann. Und doch ist die Trauer tief aus dem Herzen, die darunter liegt, die Liebe und Heilung möglich macht. Denn sie bringt das innere Eis, die inneren Verkrustungen des Herzens zum schmelzen um sie zu lysieren und wegzuspülen.

Menschliche Bindungen und Gefühle, sowohl zu anderen Menschen als auch zu ihren Tierbegleitern sind in ihrer Intensität einzigartig, was auch den Schmerz des Verlustes betrifft. Das macht das Leben auf diesem Planeten zu etwas Besonderen aber auch zu einer besonderen Herausforderung, die jedoch der Seele viel Reife und Entwicklung schenken kann, wenn sie angenommen wird.

Trauer ist während unserer gesamten jeweiligen Inkarnation von Bedeutung, während der zahlreichen Übergänge, Lebensabschnitte die zu Ende gehen und neu beginnen, Entwicklungsprozesse, die wir gehen. Sie alle beinhalten unter anderem Sterbeprozesse und Verluste, die betrauert werden dürfen und während denen wir die verschiedenste Trauerphasen durchleben. Und natürlich verstärkt dann, wenn wir mit Sterbeprozessen am Ende einer Inkarnation konfrontiert werden.

Die Bedürfnisse jeder Seele in der Trauerbewältigung sind absolut individuell, auch in der Zeit, die sie braucht. Nicht umsonst spricht man von Trauerarbeit, die zuweilen liebevolle Begleitung braucht.

Eine Unterdrückung der Trauer, führt zu oft Erkrankungen der Seele, des Herzens und des Körpers. Trauernde Grabfiguren in weiblicher Engelsgestalt zeugen bildlich von der Schönheit und der Wert der Trauer, von unserem Bedürfnis, sie ausdrücken zu können/dürfen.

Die vollständige Annahme und Zulassen der Trauer hat den Sinn, aufzuarbeiten, zu wissen, wofür wir leben und nach einer angemessenen Zeit auch wieder Stück für Stück ins Leben zu finden.


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